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Elektromobilität

Elektromobilität in Hamm – warum der Umstieg einfacher ist als gedacht

Elektromobilität ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Sie ist Gegenwart – auf unseren Straßen, in unseren Unternehmen und in immer mehr Haushalten.

Die Zahlen sprechen für sich: Zum 1. Januar 2026 waren in Hamm bereits 3.321 rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) zugelassen, was einem Anteil von 3,25% am Gesamtfahrzeugbestand in Hamm entspricht. Dies sind mehr als neunmal so viele wie noch 2018. Zwar liegt Hamm damit unter dem NRW- (4,26%) und Bundesdurchschnitt (4,11%), aber der Trend ist eindeutig: Immer mehr Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hamm entscheiden sich für ein E-Auto. Gemeinsam mit den Plug-In Hybriden und den Hybriden ohne externe Lademöglichkeit entspricht das einem Anteil von 11,5%. Was 2018 noch eine Randerscheinung war, ist heute im Stadtbild angekommen.

Dieser Artikel zeigt, warum der Umstieg auf ein Elektroauto nicht nur für das Klima sinnvoll ist, sondern auch für den eigenen Geldbeutel, für die Gesundheit und warum die häufigsten Bedenken bei näherer Betrachtung oft kleiner werden.

 

Quelle. Kraftfahrtbundesamt (2026)

Die Reichweitenangst – und was wirklich dahintersteckt

Der erste Gedanke, wenn viele Menschen an ein Elektroauto denken, ist die „Reichweitenangst“. „Was ist, wenn der Akku unterwegs entladen ist?” Diese Frage ist verständlich, aber wie sieht die Realität der meisten Hammer aus? Die mittlere Tagesstrecke in Hamm beträgt laut der Studie „Mobilität in Deutschland“ (2025) weniger als 38 km, wobei der Arbeitsweg in Hamm durchschnittlich 20,6 km ausmacht. Aktuelle Elektroautos schaffen jedoch problemlos 200 bis über 500 km. Das bedeutet konkret: Die allermeisten Hammer Autofahrer:innen könnten ihr E-Auto tage- oder manchmal sogar wochenlang fahren, ohne es einmal laden zu müssen.

Auch für längere Strecken wird das Laden zunehmend unkomplizierter, da das Netz an Ladestationen stetig ausgebaut wird. Allein im letzten Jahr (2025) wurde das öffentliche Netz um ca. 30 000 Ladepunkte erweitert, wobei insbesondere der Bestand an Schnellladern (Ladeleistung von mehr als 50 kW) stark wächst (Bundesnetzagentur 2026). Viele Ladestopps lassen sich zudem bequem mit einer Kaffeepause, einem Einkauf oder einer kurzen Rast verbinden.

Schauen Sie in den nächsten Tagen einmal bewusst hin: Auf Parkplätzen, vor Supermärkten, an Tankstellen, beim Arbeitgeber, in Parkhäusern oder an Straßenrändern. Wie viele Ladesäulen entdecken Sie? Was wir nicht suchen, sehen wir nicht. Was wir einmal bewusst wahrgenommen haben, fällt uns plötzlich überall auf. Elektromobilität ist in Hamm längst angekommen. Vielleicht schon in Ihrer Straße. Schauen Sie einfach mal hin.

Das potenzielle Laden zu Hause erleichtert die Nutzung noch weiter, wobei das Land NRW mit finanziellen Förderungen Ladepunkte und Wallboxen unterstützt sowie Umsetzungsberatungen anbietet. Infos unter:  Klimaagentur (2026)

Warum ist das Thema klimaschutzrelevant?

Ein Elektroauto, das mit Ökostrom fährt, reduziert die Treibhausgasemissionen über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg um bis zu 73 % im Vergleich zu einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor (ICCT 2025). Selbst beim heutigen deutschen Strommix schneidet das E-Auto in der CO₂-Bilanz deutlich besser ab und wird mit jedem Jahr, in dem der Anteil erneuerbarer Energien steigt, noch sauberer.

Dieser Beitrag zum Klimaschutz wirkt sich nicht nur global aus. Wir können ihn ganz konkret vor Ort erleben. E-Autos verursachen im Betrieb keine Stickoxide und relevant weniger Feinstaub, weiterhin sind ihre Elektromotoren deutlich leiser als Verbrennungsmotoren. Beides zusammen verbessert die Luftqualität und senkt die Lärmbelastung. Gerade in dicht besiedelten Stadtteilen, kann dies ein echter Gewinn für die Lebensqualität sein.

 

Günstig im Betrieb – mehr als man denkt

Wer ein Elektroauto fährt, zahlt weniger:

Kaufprämie: Seit dem 19. Mai 2026 gibt es wieder eine staatliche Förderung beim Kauf oder Leasing eines Elektroautos. Die Prämie ist sozial gestaffelt und kann je nach Haushaltseinkommen und Familiengröße bis zu 6.000 Euro betragen. Sie wird rückwirkend für alle seit dem 1. Januar zugelassenen Fahrzeuge gewährt. Laut Bundesumweltministerium kann rund die Hälfte aller Haushalte, die privat einen Neuwagen anschaffen, von der Förderung profitieren. Anträge können digital über die BundID gestellt werden. Bis 2029 stehen insgesamt drei Milliarden Euro bereit, was für rund 800.000 Fahrzeuge reicht. Es lohnt sich also, nicht zu lange zu warten. Infos unter: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (2026)

Energiekosten: Strom ist pro Kilometer deutlich günstiger als Benzin oder Diesel. Wer zu Hause lädt kann die Betriebskosten mit eigens produzierten Solarstrom weiter senken.

Wartung: Keine Ölwechsel, keine Zahnriemen, keine Auspuffanlage. Elektroautos haben deutlich weniger Verschleißteile, was Zeit und Geld in der Werkstatt spart.

Steuern: Elektroautos sind für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Wer das Fahrzeug über den Arbeitgeber nutzt oder lädt, profitiert von weiteren steuerlichen Vorteilen.

Auf den gesamten Nutzungszeitraum betrachtet ist ein Elektroauto heute in vielen Fällen bereits günstiger als ein vergleichbarer Verbrenner, auch wenn der Kaufpreis noch höher liegt.

Fazit: Einfach mal ausprobieren

Ja, der Umstieg auf ein Elektroauto erfordert anfangs etwas Mut und Aufwand: Man sollte Fördermittel prüfen und neue Ladegewohnheiten entwickeln. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Wer diesen Schritt jedoch einmal gegangen ist, schätzt die Ruhe, das Fahrgefühl und die neue Einfachheit des Alltags: Morgens kann man vollgeladen losfahren, ohne je an eine Tankstelle denken zu müssen.

Hamm ist auf einem guten Weg. Durch jede Bürgerin und jeden Bürger, der voranschreitet und Mut beweist, wird der Weg der Mobilitätswende kürzer.

Fördermöglichkeiten

Elektrofahrzeuge (Bundesförderung):

Für neue und gebrauchte E-Fahrzeuge kann nach der Zulassung der Umweltbonus beantragt werden, finanziert durch den Staat und die Hersteller.

Ladestationen und Wallboxen (Landesförderung)

Das Land NRW fördert private Ladestationen.

Umsetzungsberatung und -konzepte (Landesförderung)

Eigentümer:innen von Mietgebäuden können sich professionell zu ihren individuellen Möglichkeiten in Sachen Elektromobilität beraten lassen.

 

Kontakt

Beratungsbüro (im Stadtwerkehaus)

E-Mail: mobilitaet@klimaagentur-hamm.de

Tel: 02381 / 274 3981

Beratungszeiten:
Mittwochs: 8 bis 13 Uhr

Adresse:
Stadtwerke Hamm
Beratungsbüro im Service-Center
Südring 1
59065 Hamm

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