Fahrradfahren in Hamm – warum sich der Umstieg lohnt

Der Frühling ist da – Fahrradfahren macht jetzt wieder richtig Spaß. Auch und gerade in Hamm. Immer mehr Menschen finden für sich heraus, dass das Fahrrad oft die schnellere, kostengünstigere und nachhaltigere Alternative zum Auto ist – besonders beim Blick auf kurze Strecken. Es ist längst nicht mehr nur ein Freizeitgerät, sondern ein Verkehrsmittel, Klimaschützer und Gesundheitsförderer zugleich. Dieser Trend ist deutschlandweit deutlich zu spüren, auch und gerade bei uns in Hamm. Mindestens zwei Gründe sprechen für die Fahrradnutzung in Hamm:

  • In Hamm gibt es nur wenige Steigungen, die das Fahrradfahren erschweren.
  • Es gibt in Hamm viele gut ausgebaute Fahrradwege, sowohl für die Freizeitgestaltung in der Natur, als auch für Alltagswege wie den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen.

Doch das Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft. Wir zeigen auf, wie sich die Fahrradnutzung weiterentwickelt, warum sich der Umstieg lohnt und welche Möglichkeiten insbesondere Arbeitgeber haben, das Fahrrad für ihre Beschäftigten attraktiver zu machen.

Fahrradnutzung im Vergleich: Hamm, NRW und Deutschland

In Deutschland liegt der Anteil des Radverkehrs inzwischen bei rund 11% aller Wege. Das bedeutet, dass nur etwa jeder neunte Weg mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Den Trend des Radfahrens hat in den vergangenen Jahren vor allem das E-Bike befeuert, denn es macht das Fahren auch auf längeren Strecken, im hügeligen Gelände oder bei Gegenwind angenehm und attraktiv. In Nordrhein-Westfalen zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Seit Jahren investiert das Bundesland in den Ausbau der Radwege und eine bessere Infrastruktur. Mit dem sogenannten „Radnetz NRW“ steht inzwischen ein über 30.000 Kilometer langes Netz aus Radrouten und Verbindungen zur Verfügung, welche Städte, Gemeinden und Regionen miteinander verbindet.

Auch die Stadt Hamm engagiert sich stark für den Radverkehr und schneidet regelmäßig in Bürgerbefragungen und ADFC-Umfragen überdurchschnittlich gut ab. [Link zum Städteranking 2024 Fahrradklima-Test_2024) Sie wird als eine der fahrradfreundlichsten Städte in NRW wahrgenommen. Durch zahlreiche markierte Radwege, Abstellanlagen und Initiativen wird das Radfahren sicherer und bequemer gestaltet, doch trotz allem zeigen lokale Mobilitätsanalysen, dass noch immer ein großer Teil der kurzen Wege- also unter 5 Kilometern- mit dem Auto zurückgelegt werden. Gerade bei solchen Distanzen liegt ein enormes Potenzial: Viele dieser Strecken können problemlos mit dem Fahrrad anstelle des Autos bewältigt werden und das oft sogar schneller.  Wer zum Beispiel schon einmal versucht hat in der Innenstadt einen Parkplatz zu finden, weiß, wie viel Zeit sich mit dem Fahrrad einsparen ließe.

2024 hat die Stadt Hamm den „Masterplan Mobilität Hamm“ erstellt. Dieser enthält eine Bestandsaufnahme der heutigen Mobilität in Hamm, Leitbilder und Ziele für den Hammer Stadtverkehr sowie zahlreiche Handlungsempfehlungen u.a. auch für das Handlungsfeld „Radverkehr“. Dieser wird als „Motor der Mobilitätswende in Hamm“ eingestuft und soll entsprechend gefördert werden. Der Masterplan Mobilität bildet die Grundlage für die künftige Stadt- und Verkehrsentwicklung in Hamm. (Link zum Masterplan Mobilität (Microsoft Word – Masterplan-Mobilität final 05 2024.docx).

Die Vorteile des Radfahrens-für Mensch, Stadt und Klima

Die zahlreichen Vorteile des Radfahrens liegen auf der Hand und betreffen sowohl den Einzelnen als auch die Gemeinschaft. Wer regelmäßig mit dem Rad fährt, spart nicht nur Geld, sondern tut gleichzeitig etwas für seine Gesundheit. Zudem ist das Rad unschlagbar günstig im Unterhalt: keine Spritkosten, keine Versicherung, keine hohen Werkstattkosten. Ein gut gepflegtes Rad oder E-Bike ist ein zuverlässiger Begleiter und – und das über Jahre hinweg.

Und auch die Städte profitieren, denn Radfahrer: innen verursachen keine Abgase, keinen Lärm, und benötigen deutlich weniger Platz als Autos. Im ruhenden Verkehr beansprucht ein Auto etwa 12 Quadratmeter Fläche, während das Fahrrad nur einen Bruchteil davon beansprucht. Je fahrradfreundlicher die Stadt, desto lebenswerter ist sie. Mit frischer und sauberer Luft, mehr Aufenthalts Qualität und weniger Verkehr.

Arbeitgeber als Motor des Wandels

Pendelverkehr macht einen erheblichen Teil des täglichen Verkehrsaufkommens aus. Deswegen liegt ein wichtiger Schlüssel, um mehr Menschen auf das Rad zu bringen in der Arbeitswelt. Es profitieren alle, wenn mehr Beschäftigte den Weg zur Arbeit mit dem Rad statt dem Auto zurücklegen: die Mitarbeitenden, das Unternehmen und die Umwelt. Arbeitgeber können diesen Wandel aktiv unterstützen und das mit geringem Aufwand, aber großer Wirkung.

Besonders erfolgreich sind Modelle wie das Dienstradleasing: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können über ihren Arbeitgeber ein Fahrrad oder E-Bike leasen – ähnlich wie bei einem Dienstwagen. Die Anschaffung wird dabei deutlich günstiger, denn die monatlichen Raten werden direkt vom Bruttolohn abgezogen, was steuerliche Vorteile mit sich bringt. Viele Unternehmen beteiligen sich zusätzlich an den Kosten oder übernehmen Wartung und Versicherung. Das Ergebnis: zufriedene, gesunde und motivierte Mitarbeitende, die sich über ein hochwertiges Rad freuen – und es nicht nur für den Arbeitsweg, sondern auch privat nutzen können.

Das Radfahren am Arbeitsplatz kann durch zahlreiche weitere Möglichkeiten gefördert werden. Wichtigste Grundlage dafür ist eine gute Infrastruktur: überdachte und sichere Fahrradstellplätze, abschließbare Boxen oder Spinde, Umkleidemöglichkeiten und Lademöglichkeiten für E-Bikes. Wer weiß, dass das Fahrrad sicher abgestellt und aufgeladen werden kann, nutzt es deutlich häufiger. 2026 werden kleine und mittlere Unternehmen bei Investitionen durch Förderprogramme des Bundes und des Landes NRW finanziell unterstützt.

Einige Unternehmen gehen sogar noch einen Schritt weiter und bieten so genannte Mobilitätsbudgets an. Dabei können Mitarbeitende frei entscheiden, ob sie das Budget für das Fahrrad, den öffentlichen Nahverkehr oder Carsharing-Angebote verwenden möchten. Gerade bei jüngeren Generationen wird diese Flexibilität geschätzt und trägt zu einem modernen und nachhaltigen Unternehmensimage bei.

Selbst Anreize und Aktionen können betriebsintern vieles bewirken. Gemeinsame „Bike-to-Work“ Tage, Wettbewerbe oder kleine Prämien für regelmäßige Radpendler: innen schaffen Motivation und Gemeinschaftsgefühl. Durch solche und jegliche anderen Maßnahmen wird gezeigt, dass Radfahren nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht ist und das verändert die Unternehmenskultur nachhaltig.

Angebote in Hamm, die Spaß machen

In Hamm gibt es zahlreiche besondere Aktivitäten, die die Menschen zum Mitmachen einladen. Hier eine kleine Auswahl:

  • Autofasten: Unter dem Motto „Sieben Wochen ohne“ organisieren der evangelische Kirchenkreis Hamm sowie FUgE e.V. von Aschermittwoch bis Ostern das „Autofasten“. Was wie Verzicht klingt ist in Wirklichkeit eine Challenge, die von immer mehr Hammer Gruppen als Start in das Frühjahr genutzt wird. Weitere Infos unter Autofasten Hamm 2026 – Übersicht
  • Mobilitätstag Hamm: Einmal im Jahr wird es in der Hammer Innenstadt turbulent – Oldtimer treffen sich, Hammer Autohändler zeigen ihre neuesten Modelle, auf der Blaulichtmeile können Kinder in Polizei- und Feuerwehrwagen klettern, und auf der Klimameile treffen sich alle, die sich für eine klimabewusste Mobilität einsetzen. Auch die Klima-Agentur Hamm ist dort regelmäßig mit einem Informationsstand vertreten. Weitere Infos unter Mobilitätstag | Stadt Hamm
  • STADTRADELN Hamm: Beim STADTRADELN geht es darum, drei Wochen lang möglichst viele Alltagswege mit dem Rad statt mit dem Auto zurückzulegen. Jeder gefahrene Kilometer zählt – für die eigene Gesundheit, für den Klimaschutz und natürlich für die Teamwertung. Das STADTRADELN hat sich in Hamm zu einem echten Renner entwickelt. Rund 1.500 Menschen beteiligen sich mittlerweile, sie erradeln in ca. 100 Teams über 300.000 Kilometer. So war es jedenfalls in den letzten Jahren. Wer macht 2026 mit? Weitere Infos unter STADTRADELN – Teilnehmerkommunen
  • Sattelfest: Die autofreie Strecke zwischen Hamm und Soest lädt jedes Jahr an einem Sonntag im Juli zum individuellen, familienfreundlichen Radeln ein. An der Strecke gibt es zahlreiche Stationen mit Unterhaltungsprogramm und Verpflegungsangeboten. Veranstalter sind die Städte Hamm, Welver und Soest sowie der ADFC und zahlreiche weitere Organisationen mit vielen freiwilligen Helfern. Weitere Infos unter Startseite – Sattel-Fest

Fazit: Mehr Rad, weniger Auto – eine Win-win-Situation

Der Umstieg vom Auto auf Fahrrad ist also mehr als ein Trend – Er ist eine notwendige und sinnvolle Veränderung in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit, Gesundheit und Lebensqualität immer wichtiger werden. Hamm und Nordrhein-Westfalen zeigen, dass sich in der Fahrradinfrastruktur bereits viel bewegt, aber dennoch viel Potenzial nach oben besteht. Deutschlandweit steigt die Anzahl der Radfahrenden kontinuierlich, und mit der richtigen Unterstützung – insbesondere durch Arbeitgeber – kann diese Entwicklung weiter und besser beschleunigt werden.

Fahrradfahren ist schnell, günstig, gesund und klimafreundlich. Es entlastet die Straßen und Städte, fördert die Fitness und macht schlichtweg Spaß. Wer einmal erlebt hat, wie belebend und aufweckend eine morgendliche Radfahrt zur Arbeit sein kann, möchte selten wieder im Stau stehen. Ob als Privatperson, Kommune oder Unternehmen, jeder kann dazu beitragen, das Fahrrad zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags zu machen.

Es profitieren alle

Angebote der Klima-Agentur Hamm

Wir unterstützen sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch die Unternehmen bei der verstärkten Nutzung des Fahrrades. Sprechen Sie uns an.

Für Bürgerinnen und Bürger:

Für Unternehmen:

  • Hotline: Schreiben Sie uns eine E-Mail (Mobilitaet@klimaagentur-hamm.de) oder rufen Sie uns an (B.A.U.M.: 02381-30721-0).
  • Fördermittelberatung: Wir helfen Ihnen bei der Auswahl geeigneter Förderprogramme bei Investitionen, Schulung und Beratung.
  • Kurz-Checks Mobilität: In einem rund 1-stündigen Beratungsgespräche entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen Ideen für eine nachhaltige und klimabewusste Mobilitätsgestaltung in Ihrem Unternehmen.

Quellen und Links:

https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/sport-und-bewegung/radfahren-warum-es-so-gesund-ist-und-stress-reduziert-1237941.html

https://www.mobilitaetsforum.bund.de/DE/Themen/Radverkehr/Gesundheit/gesundheit_node.html

 

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